Ich bin ein großer Fan der 12 Versprechen des 12-Schritte-Programms der Anonymen Alkoholiker.
Im 6. Monat des Jahres schreibe ich meine Gedanken und Erfahrungen zum 6. Versprechen:
"Das Gefühl der Nutzlosigkeit und des Selbstmitleids wird verschwinden."
Manchmal schwimme ich so sehr im Selbstmitleid, dass ich drohe darin unterzugehen. Alles ist unfair, ungerecht, schwer, anstrengend, mühsam, sinnlos,...
Ich fühle mich unfähig daran etwas zu ändern, ja, manchmal auch tatsächlich nutzlos, als hätte meine Existenz keinen Nutzen für irgendwen, am wenigsten für mich!
Wenn ich diese Gedanken und Gefühle zulasse, nähren sie sich gegenseitig, die Gedanken werden zu Gefühlen, die wiederum beeinflussen die Gedanken und ich habe das Gefühl in einem Abwärtsstrudel zu sitzen und machtlos dem negativen "Chaos" ausgeliefert zu sein.
Aber das stimmt nicht. Oder nicht mehr.
Ich weiß inzwischen, dass ich nicht machtlos in diesem Strudel sitze. Ich muss nicht jeden negativen Gedanken "nähren" und "pflegen". Manchmal kann ich auch bewusst dagegen steuern. Meine Gedanken kann ich beeinflussen. Ich kann mich dazu entscheiden den negativen Gedanken keinen Raum zu geben wenn sie kommen und Positives dagegen setzen. Die negativen Gefühle kommen oft erst später, wenn ich sie zulasse.
Früher dachte ich, wenn ich mich genug selbst bemitleide, bekomme ich auch von anderen (Familienangehörigen) Mitleid, Mitgefühl, Aufmerksamkeit,... Aber das stimmt so nicht, und der Preis ist außerdem viel zu hoch.
Ich bin selbst oft genug für meine negativen Gefühle verantwortlich und für mein Selbstmitleid. Es ist meine Entscheidung, wann ich die Verantwortung für meine Gedanken übernehme, und mich dazu entscheide mich nicht länger im Selbstmitleid zu "suhlen", weil es mich nicht weiterbringt.
Dann wird auch das Gefühl der Nutzlosigkeit und Sinnlosigkeit verschwinden.
Ganz langsam, jedes Mal ein Stück mehr.
Ich habe inzwischen gelernt, dass mir mein Selbstmitleid nicht hilft, also gebe ich es ab, manchmal ganz bewusst und seither kommt es auch nicht mehr so oft.
Das Versprechen erfüllt sich (wenn wir etwas dafür tun und es geschehen lassen).
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