Wieder ein neuer Versuch aufzuhören! Wieder mal ist alles Neu und Anders!
Der Unterschied diesmal:
Ich will es für MICH machen! Nicht, weil ich es sollte, oder für meine Kinder, oder...
Nein! In erster Linie will ich, dass es MIR besser geht, dass ich nicht mehr solch eine Woche erleben muss, wie die vergangene. Fremdgesteuert, nur noch auf die abendlichen "Orgien" ausgerichtet, mit körperlichen Beschwerden, seelischem Stillstand,...
Ich WILL raus aus der Bulimie, will gesund werden!
UND:
Ich habe Andreas alles erzählt!
Ich habe ihm erzählt dass ich diese Woche, als er auf Schulung war, oft erbrochen habe, dass meine Drüsen geschwollen sind, dass ich mit seiner Unterstützung aufhören möchte, dass ich raus will aus den Heimlichkeiten, Und: Dass ich im Februar Alkohol getrunken habe! Das hatte ich ihm bisher auch verschwiegen!
Er hat gut reagiert, will mich unterstützen, sich mehr mit der Krankheit auseinandersetzen, mehr mit mir reden und, vor allem abends, mich nicht mehr so viel allein lassen mit meinen Gedanken, Gefühlen und meinen inneren Kämpfen!
Gestern abend fiel es mir sehr schwer nicht zu essen, ich sagte es ihm und er nahm mich in den Arm und meinte, dann gehen wir zusammen ins Bett und Lesen noch was.
Es hat geholfen!!!
Und ich habe ihm heute gesagt, dass mir das sehr hilft und dass ich sehr froh bin, dass ich ihn habe!!!
Heute ist Tag drei, ohne nachgegangenem Essanfall und ohne Erbrechen!!!
Meine Gedanken, Gefühle und Erfahrungen beim Kampf gegen Essstörungen, Alkoholismus, Depressionen und manchmal auch selbstverletzendes Verhalten.
Sonntag, 21. April 2013
Dienstag, 16. April 2013
Nächtliche Gedanken
Es ist zwei Uhr nachts, und ich kann nicht schlafen.
Mein Mann Andreas ist die ganze Woche auf Schulung und ich rede mir ein es zu genießen, dass er mal nicht da ist. Tatsächlich aber mache ich mir was vor:
Ich belüge mich selbst und alle um mich herum!
Ich rede mir ein dass es mir besser geht, dass ich es schaffe mein Verhalten zu ändern, dass sich schon was verändert hätte,...
In Wirklichkeit bin ich aber gerade am Abstürzen!
Ich lasse mich gehen, esse entweder gar nichts oder so viel, dass ich es wieder loswerden muss!
In den letzten Tagen habe ich nicht eine einzige normale Mahlzeit bei mir behalten, ich habe Kopf-, Hals- und Bauchschmerzen, Schluckbeschwerden, meine Augen brennen,... Und trotzdem kann ich nicht aufhören! Trotzdem mache ich weiter! Rede mir mal wieder ein dann aufzuhören, wenn... passiert! Diesmal: ...wenn Andreas von seiner Schulung zurückkommt! DANN wird alles anders, und besser, und ich gesund!!!
Aber jetzt noch nicht! Jetzt nicht! Jetzt möchte ich alles noch ein bisschen verdrängen und vor mir herschieben, jetzt möchte ich mich noch nicht mir selbst stellen,... mal wieder!
Damit fühle ich mich elendig und ich merke, wie ich mich in mich zurückziehe, wie ich mich verbarrikadiere und mit niemandem mehr darüber sprechen möchte.
Der Gedanke an Alkohol wird auch wieder verführerischer! Ich glaube, im Moment würde mir dann alles leichter fallen, wenn ich mir etwas Alkohol erlauben würde, ich könnte mich selbst besser ertragen,... Aber wahrscheinlich geht es nur darum, dass mir dann das Verdrängen von allem leichter fallen würde!
Auch das Schreiben dieses Blogs fällt mir schwer, aber ich zwinge mich dazu. Ich zwinge mich ehrlicher zu mir selber zu sein.
Wenigstens das. Wenn ich schon sonst scheinbar nichts in den Griff bekomme...
Mein Mann Andreas ist die ganze Woche auf Schulung und ich rede mir ein es zu genießen, dass er mal nicht da ist. Tatsächlich aber mache ich mir was vor:
Ich belüge mich selbst und alle um mich herum!
Ich rede mir ein dass es mir besser geht, dass ich es schaffe mein Verhalten zu ändern, dass sich schon was verändert hätte,...
In Wirklichkeit bin ich aber gerade am Abstürzen!
Ich lasse mich gehen, esse entweder gar nichts oder so viel, dass ich es wieder loswerden muss!
In den letzten Tagen habe ich nicht eine einzige normale Mahlzeit bei mir behalten, ich habe Kopf-, Hals- und Bauchschmerzen, Schluckbeschwerden, meine Augen brennen,... Und trotzdem kann ich nicht aufhören! Trotzdem mache ich weiter! Rede mir mal wieder ein dann aufzuhören, wenn... passiert! Diesmal: ...wenn Andreas von seiner Schulung zurückkommt! DANN wird alles anders, und besser, und ich gesund!!!
Aber jetzt noch nicht! Jetzt nicht! Jetzt möchte ich alles noch ein bisschen verdrängen und vor mir herschieben, jetzt möchte ich mich noch nicht mir selbst stellen,... mal wieder!
Damit fühle ich mich elendig und ich merke, wie ich mich in mich zurückziehe, wie ich mich verbarrikadiere und mit niemandem mehr darüber sprechen möchte.
Der Gedanke an Alkohol wird auch wieder verführerischer! Ich glaube, im Moment würde mir dann alles leichter fallen, wenn ich mir etwas Alkohol erlauben würde, ich könnte mich selbst besser ertragen,... Aber wahrscheinlich geht es nur darum, dass mir dann das Verdrängen von allem leichter fallen würde!
Auch das Schreiben dieses Blogs fällt mir schwer, aber ich zwinge mich dazu. Ich zwinge mich ehrlicher zu mir selber zu sein.
Wenigstens das. Wenn ich schon sonst scheinbar nichts in den Griff bekomme...
Montag, 15. April 2013
Der lange Weg zur Vernunft
Es gibt genug Gründe und Motivationen um das Suchtverhalten zu unterbrechen. Um Aufzuhören, um gesund werden zu wollen,...
Das Problem ist nur, es sind alles "vernünftige" Gründe. Gründe, die logisch sind, die ich mir überlegt habe, die ich erörtert und gehört habe,...
Es soll irgendwann leichter werden, mir soll es irgendwann besser gehen, ich will irgendwann gesund, unabhängig und frei sein, meine Kinder sollen es besser haben, ich möchte mehr für meine Familie da sein, ich möchte keine organischen Schäden riskieren, ich möchte mich mehr fühlen und mich selbst finden, ich möchte mich weiterentwickeln,...
Viele viele logische Gründe...
Und doch sind sie alle in der Zukunft. Sie sind alle theoretisch, im jetzigen Moment nicht konkret spürbar und nachweisbar.
In Momenten des Verlangens, wenn der Verstand "aussetzt", ist nur noch Gefühl da. Der Weg zum Belohnungszentrum, nur eine Haaresbreite! Der Weg zur Vernunft hingegen eine Weltreise! Unerreichbar fern, die Vernunft ist nur noch unverständliche Theorie!
Ich fühle sie nicht mehr, spüre sie nicht mehr, da ist nur noch Verlangen nach sofortiger Belohnung!
Wie verkürze ich diesen Weg? Wie mache ich die Theorie fühlbar, spürbar, allgegenwärtig???
Das Problem ist nur, es sind alles "vernünftige" Gründe. Gründe, die logisch sind, die ich mir überlegt habe, die ich erörtert und gehört habe,...
Es soll irgendwann leichter werden, mir soll es irgendwann besser gehen, ich will irgendwann gesund, unabhängig und frei sein, meine Kinder sollen es besser haben, ich möchte mehr für meine Familie da sein, ich möchte keine organischen Schäden riskieren, ich möchte mich mehr fühlen und mich selbst finden, ich möchte mich weiterentwickeln,...
Viele viele logische Gründe...
Und doch sind sie alle in der Zukunft. Sie sind alle theoretisch, im jetzigen Moment nicht konkret spürbar und nachweisbar.
In Momenten des Verlangens, wenn der Verstand "aussetzt", ist nur noch Gefühl da. Der Weg zum Belohnungszentrum, nur eine Haaresbreite! Der Weg zur Vernunft hingegen eine Weltreise! Unerreichbar fern, die Vernunft ist nur noch unverständliche Theorie!
Ich fühle sie nicht mehr, spüre sie nicht mehr, da ist nur noch Verlangen nach sofortiger Belohnung!
Wie verkürze ich diesen Weg? Wie mache ich die Theorie fühlbar, spürbar, allgegenwärtig???
Samstag, 13. April 2013
Motivationen und positive Verstärker
Mir geht es besser, so insgesamt. Keine depressiven Löcher im Moment und trotzdem klappt das mit dem Essen nicht so richtig. Entweder ich esse zu viel, oder gar nichts.
Ich habe den abendlichen Alkohol, zum Abschalten, Runterkommen, "sich wohl fühlen" und gemütlich machen, komplett durch Schokolade und Essen ersetzt. Nur deshalb fällt mir die Alkoholabstinenz relativ leicht. Und natürlich, weil ich den Alkohol ersatzlos streichen kann. Ich muss damit nicht umgehen lernen, wie mit dem Essen.
Auch deshalb ertappe ich mich manchmal dabei, wie ich Frühstück und Mittagessen einfach ganz weglasse, nur damit ich nicht wegen dem Aufhören kämpfen muss.
Nach einer gewissen Zeit der Abstinenz soll es einfacher werden, mit der Sucht und dem Suchtverlangen umzugehen.
Nur brauche ich erst diesen Abstand. Um diesen Abstand erstmal zu schaffen, brauche ich eine gute Motivation. Eine Motivation die stärker ist als die Sucht. Und die Sucht ist sehr stark.
Somit begebe ich mich nun auf die Suche. Auf die Suche nach einer Motivation die stark genug ist mein Suchtverhalten auf Dauer zu unterbrechen.
Und nach positiven Verstärkern, die mir helfen mich weiter gut zu fühlen und die vielleicht irgendwann als Belohnung ausreichen.
Das fällt mir nur sehr schwer in einer Gesellschft, in der fast alle mit Alkohol und/oder Essen feiern, sich belohnen, sich was Gutes tun,...
Da ich weder beim Alkohol noch beim Essen Maß halten kann, brauche ich eben andere positive Verstärker...
Ich habe den abendlichen Alkohol, zum Abschalten, Runterkommen, "sich wohl fühlen" und gemütlich machen, komplett durch Schokolade und Essen ersetzt. Nur deshalb fällt mir die Alkoholabstinenz relativ leicht. Und natürlich, weil ich den Alkohol ersatzlos streichen kann. Ich muss damit nicht umgehen lernen, wie mit dem Essen.
Auch deshalb ertappe ich mich manchmal dabei, wie ich Frühstück und Mittagessen einfach ganz weglasse, nur damit ich nicht wegen dem Aufhören kämpfen muss.
Nach einer gewissen Zeit der Abstinenz soll es einfacher werden, mit der Sucht und dem Suchtverlangen umzugehen.
Nur brauche ich erst diesen Abstand. Um diesen Abstand erstmal zu schaffen, brauche ich eine gute Motivation. Eine Motivation die stärker ist als die Sucht. Und die Sucht ist sehr stark.
Somit begebe ich mich nun auf die Suche. Auf die Suche nach einer Motivation die stark genug ist mein Suchtverhalten auf Dauer zu unterbrechen.
Und nach positiven Verstärkern, die mir helfen mich weiter gut zu fühlen und die vielleicht irgendwann als Belohnung ausreichen.
Das fällt mir nur sehr schwer in einer Gesellschft, in der fast alle mit Alkohol und/oder Essen feiern, sich belohnen, sich was Gutes tun,...
Da ich weder beim Alkohol noch beim Essen Maß halten kann, brauche ich eben andere positive Verstärker...
Sonntag, 7. April 2013
Der Reiz der Ambivalenz
Eigentlich verwirren und irritieren mich Ambivalenzen. Andererseits sind meine Krankheiten voll davon!
Kontrolle und Kontrollverlust
Der Wille gesund und krank zu sein
Aufmerksamkeit und Heimlichkeiten
Ordnung und Chaos
Strukturen und Spontanität
Klarheit und benebelt sein
...
Ich schwanke unheimlich oft zwischen Extremen hin und her, kann mich nicht klar entscheiden, und finde keinen Mittelweg.
Ich finde es reizvoll, stark und machtvoll die Kontrolle über mein Essen zu haben! Tagelang wenig und nur "gesunde" Sachen zu mir zu nehmen. Keine Ausnahmen zuzulassen. Ich fühle mich dann stark und mächtig. Das ist ein schönes Gefühl. Ich habe einen messbaren Grund um stolz auf mich zu sein!
Nur schaffe ich es nicht diesen Zustand beizubehalten. Irgendwann kippt es ins andere Extrem: Ich lasse die Kontrolle komplett los, esse worauf ich Lust habe und so viel wie nur reingeht. Vor allem genieße ich genau das! Ich genieße den Kontrollverlust, das kurze Loslassen aller Regeln, das Fallenlassen in den Genuss!
Für diesen Moment gibt es keine Sorgen, keine Zukunft, keine Konsequenzen! In diesem Moment ist alles andere egal. Je mehr ich esse, je länger brauche ich, je länger habe ich diesen Moment.
Bis nichts mehr geht. Dann muss es wieder raus, als erste Konsequenz. Ich erleichtere mich, befreie mich vom Ballast der sich angesammelt hat, befreie mich von der Schuld, mache meine Schwächen rückgängig, bestrafe mich für den Kontrollverlust. Die nächste Konsequenz ist wieder der Wunsch nach der totalen Kontrolle über mich...
Ich kann weder das eine Extrem halten, noch das andere Aushalten auf Dauer.
Aber warum finde ich keinen Mittelweg?
Warum habe ich das Gefühl, alles was nicht extrem ist, reicht nicht? Ist nicht genug?
Ganz oder gar nicht!
Alles oder Nichts!
Perfektion oder Resignation!
Wenn es nicht perfekt werden kann, lass ich es lieber.
Ich schaffe das eh nicht, dann lass ich es lieber gleich bleiben.
Wie werde ich zufrieden mit dem Mittelweg?
Wie finde ich ihn überhaupt?
Wie finde ich mich ab mit dem Durchschnittlichen?
Kontrolle und Kontrollverlust
Der Wille gesund und krank zu sein
Aufmerksamkeit und Heimlichkeiten
Ordnung und Chaos
Strukturen und Spontanität
Klarheit und benebelt sein
...
Ich schwanke unheimlich oft zwischen Extremen hin und her, kann mich nicht klar entscheiden, und finde keinen Mittelweg.
Ich finde es reizvoll, stark und machtvoll die Kontrolle über mein Essen zu haben! Tagelang wenig und nur "gesunde" Sachen zu mir zu nehmen. Keine Ausnahmen zuzulassen. Ich fühle mich dann stark und mächtig. Das ist ein schönes Gefühl. Ich habe einen messbaren Grund um stolz auf mich zu sein!
Nur schaffe ich es nicht diesen Zustand beizubehalten. Irgendwann kippt es ins andere Extrem: Ich lasse die Kontrolle komplett los, esse worauf ich Lust habe und so viel wie nur reingeht. Vor allem genieße ich genau das! Ich genieße den Kontrollverlust, das kurze Loslassen aller Regeln, das Fallenlassen in den Genuss!
Für diesen Moment gibt es keine Sorgen, keine Zukunft, keine Konsequenzen! In diesem Moment ist alles andere egal. Je mehr ich esse, je länger brauche ich, je länger habe ich diesen Moment.
Bis nichts mehr geht. Dann muss es wieder raus, als erste Konsequenz. Ich erleichtere mich, befreie mich vom Ballast der sich angesammelt hat, befreie mich von der Schuld, mache meine Schwächen rückgängig, bestrafe mich für den Kontrollverlust. Die nächste Konsequenz ist wieder der Wunsch nach der totalen Kontrolle über mich...
Ich kann weder das eine Extrem halten, noch das andere Aushalten auf Dauer.
Aber warum finde ich keinen Mittelweg?
Warum habe ich das Gefühl, alles was nicht extrem ist, reicht nicht? Ist nicht genug?
Ganz oder gar nicht!
Alles oder Nichts!
Perfektion oder Resignation!
Wenn es nicht perfekt werden kann, lass ich es lieber.
Ich schaffe das eh nicht, dann lass ich es lieber gleich bleiben.
Wie werde ich zufrieden mit dem Mittelweg?
Wie finde ich ihn überhaupt?
Wie finde ich mich ab mit dem Durchschnittlichen?
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