Montag, 26. November 2012

Ventile

Jeder Mensch braucht sie:

Ventile um Druck in Form von Frust, Ärger, Wut, Enttäuschung, Angst, Trauer, Stress,... abzulassen.
Jeder muss sich mal gehen lassen können, sich was Gutes tun, sich belohnen.

Nur, was mach ich, wenn die gängigen Ventile krankhaft besetzt sind?
Wenn der Alkohol und das Essen im Allgemeinen wegfällt, weil ich damit nicht umgehen kann?

Kein Gläschen Wein zum entspannen, kein Feierabendbier, keine Schololade zum genießen, kein romantisches Candlelightdinner,...

Aus dem Glas Wein würde bald wieder täglich mindestens eine Flasche werden, aus dem einen Feierabendbier würden vier oder fünf werden und bei dem Candlelightdinner würde ich die ganze Zeit überlegen was und wie viel ich mir an Essen erlauben kann, also nix mit entspannter Romantik. Und wenn ich nicht aufpassen würde, müsste ich später mit einem zu vollen Magen umgehen oder es auf der Toilette wieder losbekommen. Auf jeden Fall hätte ich ein schlechtes Gewissen, statt romantischen Gefühlen.

Dann wäre da noch die Sache mit der Schokolade, die ich nicht genießen kann.
Manchen geht es besser nachdem sie ein Stück, oder auch eine Tafel Schokolade gegessen haben; zumindest habe ich das so gehört.
Ich kann das nicht. Ich kann nach einer Tafel nicht aufhören. Erstens, weil ich sie sowieso wieder los werden müsste, also kann ich gleich mehr essen damit es sich lohnt, und zweitens, kann ich mich nur Fallenlassen und die Schokolade genießen WÄHREND ich sie esse! Also dehne ich den Schokoladengenuß aus solange es geht. Was bedeutet ich esse und "genieße" rund ein Kilogramm Schokolade in zwei Stunden...

Aber ich will das alles nicht mehr!
Ich habe nichts davon! Nur solange ich esse. Danach geht es mir meistens schlechter als vorher!
Mein Problem ist nur, dass mir bei Suchtdruck sonst nichts einfällt was helfen könnte, damit es mir besser geht.

Heute morgen dachte ich auch wieder daran:
Wie verführerisch der Gedanke wäre, mal wieder Schokolade zu kaufen und sich fallen zu lassen. Viel einfacher und angenehmer als zu arbeiten, sich um den Haushalt zu kümmern, zu überlegen was ich essen könnte und darf, meinen Pflichten nachzukommen,...
Aber dann dachte ich:
"Nein! So nicht! So kommst du da NIE raus!!! Du darfst nicht mehr überlegen wie einfach es wäre sich fallen zu lassen! Denk lieber an die Konsequenzen!!!!
Und am allerbesten: Nicht denken, einfach MACHEN!!! Mach das, was du dir für heute vorgenommen hast und denk nicht darüber nach!!!"

Es hat geholfen!!!
Das ist mein neues Mantra gegen negative Gedanken:
"Nicht denken! Machen!!!"

Vielleicht finde ich dann auch bald "gesunde" Ventile die für mich funktionieren.


Heute ist Tag fünf...

Donnerstag, 15. November 2012

Ewige Versprechungen

Und wieder ein neues Versprechen, ein neuer Vorsatz, ein neuer Plan, ...

Wie viel ist das Versprechen, "Ab heute wird alles anders!" eines Suchtkranken wert?

So viel hat mir das Schreiben in diesem Blog schon gebracht: Es wird immer offensichtlicher, dass ich mich im Kreis drehe, dass ich mir immer wieder und wieder dasselbe vornehme, es aber nicht einhalte, um es mir dann, ein klein wenig anders, erneut vorzunehmen...
Ich verändere Nuancen an meinen Plänen und meinen Vorsätzen und rede mir somit ein, dass dieses Mal alles anders ist.
Aber in Wahrheit schiebe ich nur das Unangenehme mal wieder vor mir her und bewege mich auf der Stelle. Ich belüge mich selbst und trickse mich selbst aus, ohne dass ich mir dessen wirklich bewusst bin.

Ich weiß, durch eigene Erfahrung, dass man Jahrzehnte so leben kann! Ständiges Verschieben, ständige Vorsätze, die ich nie wirklich umsetze, ein ständiges Unzufrieden sein mit sich selbst, ein Warten auf das bessere Leben, wenn meine Wünsche, für die ich nicht wirklich bereit bin zu Kämpfen, irgendwann in Erfüllung gehen (von alleine wahrscheinlich),...

Jetzt drängt sich die Frage auf, ob ich wirklich so weiterleben möchte, oder ob ich endlich zu Kämpfen anfange????????????????????????????


Heute ist Tag zwei...

Sonntag, 11. November 2012

Neuer Mut

Mir geht es momentan besser, glaube ich... Denn aus Erfahrung weiß ich, dass es tückisch ist, dem Frieden zu trauen, denn es kann so schnell, quasi aus dem "Nichts", wieder kippen.

Aber vielleicht werde ich langsam auch stabiler, bin vielleicht weniger impulsiv, sondern sortierter und somit kontrollierter.

Ich weiß, dass es auf Dauer nicht mit Kontrolle und reinem Willen funktioniert, aber am Anfang geht es nicht anders.
Ich muss mich mit Willenskraft in die Abstinenz bringen, um dann den nötigen Abstand, Kraft und Energie zu haben, meine Einstellungen, meine Lebensansichten und meine Gewohnheiten zu ändern, um die negativen Mechanismen und Problemlösevorgänge nicht mehr zu brauchen, bzw. bessere zu finden.

Ich glaube, ich bin auf dem richtigen Weg...


Heute ist Tag drei...

Mittwoch, 7. November 2012

Wer nicht Kämpft, hat schon verloren!

Eine Freundin von mir vergleicht es mit dem Lernen vom Radfahren: Ab und zu fällt man dabei hin, aber dann steht man wieder auf und macht weiter!

Ich stehe heute wieder auf und mache weiter! Kämpfen! Aushalten!

Warum nur ist das für mich so schwer???
Warum kann mein Hirn mich immer wieder davon überzeugen wieder und wieder nachzugeben? Obwohl ich mir die besten Argumente gegeben habe es nicht mehr zu tun?

Warum kann ich meine Krankheit nicht loslassen wollen?

Warum will ich immer wieder mit dem Kämpfen aufgeben und resignieren?

Vielleicht kommt mir im Moment der Wunsch weiter abnehmen zu wollen entgegen: Ich habe bemerkt, dass ich durch die Ess-Brech-Anfälle eher zunehme... Vielleicht schaffe ich durch den Wunsch abzunehmen die ersten schweren Tage zu widerstehen!

Ich will doch eigentlich Kämpfen! Ich will nicht verlieren! Ich will doch meine Ziele erreichen!


Heute ist Tag eins...

Donnerstag, 1. November 2012

Meine Seele braucht kein Essen...

... und keinen Alkohol, sie braucht andere Nahrung.
Mein Körper braucht Essen, aber davon nicht viel.

Stichworte, die mich im Moment sehr beschäftigen, mir wichtig geworden sind in den letzten Monaten und über die ich mir klar werden muss:

Geduld
Akzeptanz
Stille
Liebe
Demut
Freiheit
Schönheit
Verlässlichkeit
Achtsamkeit
Positives
Jetzt
Aktiv
Zufriedenheit

Aber auch:

Ambivalenz
Überreizung
Gier
Egoismus
Macht
Kontrolle
Rausch
Einsamkeit
Druck