Dienstag, 16. April 2013

Nächtliche Gedanken

Es ist zwei Uhr nachts, und ich kann nicht schlafen.

Mein Mann Andreas ist die ganze Woche auf Schulung und ich rede mir ein es zu genießen, dass er mal nicht da ist. Tatsächlich aber mache ich mir was vor:
Ich belüge mich selbst und alle um mich herum!
Ich rede mir ein dass es mir besser geht, dass ich es schaffe mein Verhalten zu ändern, dass sich schon was verändert hätte,...

In Wirklichkeit bin ich aber gerade am Abstürzen!
Ich lasse mich gehen, esse entweder gar nichts oder so viel, dass ich es wieder loswerden muss!
In den letzten Tagen habe ich nicht eine einzige normale Mahlzeit bei mir behalten, ich habe Kopf-, Hals- und Bauchschmerzen, Schluckbeschwerden, meine Augen brennen,... Und trotzdem kann ich nicht aufhören! Trotzdem mache ich weiter! Rede mir mal wieder ein dann aufzuhören, wenn... passiert! Diesmal: ...wenn Andreas von seiner Schulung zurückkommt! DANN wird alles anders, und besser, und ich gesund!!!

Aber jetzt noch nicht! Jetzt nicht! Jetzt möchte ich alles noch ein bisschen verdrängen und vor mir herschieben, jetzt möchte ich mich noch nicht mir selbst stellen,... mal wieder!

Damit fühle ich mich elendig und ich merke, wie ich mich in mich zurückziehe, wie ich mich verbarrikadiere und mit niemandem mehr darüber sprechen möchte.

Der Gedanke an Alkohol wird auch wieder verführerischer! Ich glaube, im Moment würde mir dann alles leichter fallen, wenn ich mir etwas Alkohol erlauben würde, ich könnte mich selbst besser ertragen,... Aber wahrscheinlich geht es nur darum, dass mir dann das Verdrängen von allem leichter fallen würde!

Auch das Schreiben dieses Blogs fällt mir schwer, aber ich zwinge mich dazu. Ich zwinge mich ehrlicher zu mir selber zu sein.

Wenigstens das. Wenn ich schon sonst scheinbar nichts in den Griff bekomme...

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