...mal wieder versuche ich einen neuen Anlauf: Aufstehen, Kämpfen, Aushalten, Geduldig sein, Abstinent leben,...
Ich habe zwar jetzt seit über einem Jahr keinen Alkohol mehr getrunken, aber die Sache mit dem Essen bekomme ich nicht hin. Immer wieder starte ich einen neuen Versuch. Nehme mir vor, nie wieder zu Fressen und zu Kotzen... Aber irgendwann überkommt mich wieder das Verlangen, ich habe nichts mehr dagegenzusetzen, mein Verstand verabschiedet sich, und das uralte Suchtargument siegt mal wieder: "Auf das eine Mal kommt es doch nicht an!"
Es bleibt nur nie bei dem einen Mal!!!
Ich versuche nun schon seit vielen Wochen herauszufinden was genau dieses Verlangen auslöst und auf einige Dinge bin ich schon gekommen: Unterdrückte Gefühle, die ich weiter untenhalten will, Spannungen, Druck, zu hohe Erwartungen an mich selbst, Entäuschungen, Frust, Stress,...
Aber auch, und das ist eine neue Erkenntnis von mir, meine emotionale Abhängigkeit von anderen. Ich lasse mich viel zu sehr von anderen Personen, deren Meinungen, Einstellungen, Überzeugungen, Anerkennungen, usw. beeinflussen...
Ich getraue mich nicht zu mir selbst zu stehen, meine eigene Meinung zu finden und zu vertreten!
Das muss ich lernen! Vor allem muss ich lernen mir selbst und meiner eigenen Einschätzung zu vertrauen! Das habe ich viel zu wenig gemacht in meinem Leben!
Ich weiß selbst was Richtig und was Falsch ist, was mir gut tut und was eben nicht, und daran darf ich mich halten! Mir DARF es gutgehen! Ich habe das verdient!
Und ich mache das alles FÜR MICH! Nicht für eine Anerkennung oder Mitleid oder Zuspruch oder Anteilnahme oder was auch immer, ich von anderen glaube bekommen zu müssen oder zu wollen! Ich brauche das alles nicht! Ich bin davon nicht abhängig!
Das Wissen fühlt sich neu und gut an.
Heute ist Tag zwei...
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